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Jubiläumsturnier und Schottland- Ausflug bestimmen Jahr 2007
Ganz im Zeichen zweier Großereignisse stand das vergangene Jahr für die Tischtennis- Abteilung des Turnvereins. Zum einen fand im Mai zum 100- jährigen Vereinsjubiläum ein internationales Einladungsturnier statt.
Zum anderen war da der bereits zum dritten Mal stattfindenden Ausflug ins europäische Ausland. Dieses Mal hieß das Ziel „Schottland“. Aus sportlicher Sicht verlief die Spielzeit 06/ 07 durchwachsen. Beide Aktivenmannschaften stiegen aus ihren Klassen ab, die erste scheint sich aber in der laufenden Saison berappelt zu zu haben und belegt einen sicheren Mittelfeldplatz.
Im Umbruch befindet sich die 2. Herrenmannschaft, in der sich die
jungen Akteure erst noch zurecht finden müssen, um ihre, zweifellos
vorhandene, Klasse auszuspielen. Immerhin gab es im Jugendbereich mit dem Aufstieg in die Bezirksliga
den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. In Anspruch genommen wurde
dieser aber nicht, um die Spieler bereits frühzeitig bei den
Erwachsenen einzubauen.
Gelungenes Jubiläumsturnier
Einen großen Erfolg konnte die Tischtennis- Abteilung des TV Deggingen feiern. Zum 100-jährigen Bestehen des Turnvereins fanden in diesem Jahr mehrere Veranstaltungen statt, um dieses Ereignis zu würdigen. Sofort war klar, dass auch die Tischtennisspieler ihren Beitrag dazu leisten würden.
Um das Sportliche nicht zu kurz kommen zu lassen, wurde von einem reinen Festakt abgesehen und zu einem Dreier- Turnier für befreundete Mannschaften geladen.
Und sie kamen alle: Altenstadt, Gosbach, Hebsack, Reichenbach und Westerstetten, dazu als besonderes Bonbon und um für internationales Flair zu sorgen, das Team mit der längsten Anreise: die Akteure von LTK Haapsalu aus Estland hatten eine 30-stündige Fahrt auf sich genommen, um ins Täle zu kommen. Komplettiert wurde das Feld vom Gastgeber selbst und einem Mix- Team, einer Auswahl von Spielern aus verschiedenen Mannschaften.
Nachdem die Turnhalle schön hergerichtet war und eine breite Auswahl kulinarischer Köstlichkeiten bereitstand, konnte Abteilungsleiter Jürgen Schum in Gegenwart einiger Zuschauer den Startschuss für einen sportlich ereignisreichen Tag geben und zur Auslosung der beiden Vierergruppen schreiten. Im Swathyling-Cup-System wurden nun in spannenden Partien die Platzierungen ermittelt. Sofort kristallisierte sich heraus, dass ein starker Spieler in der Mannschaft nicht reichen würde und die ausgeglichenen Teams die besten Karten hatten. In Gruppe 1 setzte sich Westerstetten problemlos durch und zog zusammen mit Haapsalu, die mit Dirk Schöbe wohl den besten Akteur des Feldes in ihren Reihen hatten, ins Halbfinale ein. In die
Platzierungsspiele mussten somit Hebsack und Reichenbach.
Als sehr ausgeglichen präsentierte sich die Gruppe 2. Niemand blieb ohne Niederlage und so setzte sich, auch mit etwas Glück, Altenstadt vor Deggingen durch. Auf die weiteren Plätze kamen Gosbach und das Mix- Team.
Im 1. Halbfinale präsentierte sich der TV Deggingen als guter Gastgeber und unterlag dem TSV Westerstetten klar mit 0: 4. Das 2. Semifinale hatte mehr Spannung zu bieten und Altenstadt setzte sich dank der größeren Ausgeglichenheit mit 4: 3 gegen Haapsalu durch.
Im Finale allerdings sorgte Westerstetten für klare Verhältnisse und gewann, abermals mit 4: 0, hochverdient auch das Turnier. Haapsalu konnte sich durch einen Erfolg über die Gastgeber Rang drei sichern.
Die Platzierungen im Überblick:
1.Westerstetten, 2. Altenstadt, 3. Haapsalu, 4. Deggingen, 5. Gosbach, 6. Mix- Team, 7. Reichenbach, 8. Hebsack
In gemütlicher Runde ließ man gemeinsam den Tag ausklingen und Cheforganisator Jürgen Schum konnte ein hochzufriedenes Fazit ziehen und schon mit Vorfreude auf das 200- jährige Jubiläum blicken...
Auch für die Gäste aus Estland dürfte sich die Reise gelohnt haben. Waren die Degginger Tischtennis- Spieler im Herbst vergangenen Jahres zum per e-mail organisierten Freundschaftsspiel nach Haapsalu aufgebrochen und erlebten dort und in der Hauptstadt Tallinn einige schöne Tage, revanchierten sich die Balten mit einem Gegenbesuch. Zu fünft angereist ging es aber natürlich nicht nur um die
Turnierteilnahme: auch die Gegend um Deggingen wurde besichtigt. Unter anderem ging es zum Reußenstein, zum Denkmal der Geislinger Exil- Esten und natürlich durfte ein Rundblick auf die Fünftälerstadt vom Helfenstein nicht fehlen. Auch ein typisch schwäbisches Essen mit Maultaschen und Spätzle gehörte für die in der Auendorfer Pension „Talblick“ einquartierten Gäste zum Programm.
Ein abermaliger Gegenbesuch im kleinen Land an der finnischen See könnte im Bereich des Möglichen liegen, doch zunächst einmal stand im Herbst das nächste Kapitel der „European Tour“ im schottischen Stirling an. Es kam zum Kräftemessen mit den dortigen Tischtennisspielern.
Degginger Tischtennisspieler in Schottland aktiv
In England und Estland war man bereits – nun wurde Schottland der Ausflugsliste der Tischtennisabteilung des TV Deggingen hinzugefügt. Wieder einmal trat man den Beweis an, dass das Internet als Kontaktmedium hervorragend einzusetzen ist. Auf Anfragen an verschiedene Vereine bezüglich eines Freundschaftsspiels gab es positive Resonanz aus Irland, den Kanalinseln und Schottland, was schließlich für fünf Tage in Angriff genommen wurde.
So bestiegen zehn Spieler, vier mit ihren Ehefrauen, in Stuttgart das Flugzeug, das sie, inklusive eines sehr gründlichen Sicherheitschecks in London, ohne Probleme nach Edinburgh bringen sollte. Die begannen aber bei der Ankunft im Gästehaus, als sich der Eigentümer völlig überrascht über 14 vor seiner Türe stehende Personen zeigte. Doch die Degginger Gruppe zeigte in einer ruhigen und sachlichen Diskussion ihr Verhandlungsgeschick, reparierte im Schnellverfahren sämtliche Elektrogeräte des Hauses und bekam die gewünschten Zimmer.
Am nächsten Tag war beim Aufstieg auf den Hausberg Edinburghs, den Arthur´s Seat, zunächst die Kondition gefragt. Belohnt wurde die Anstrengung aber mit einem wunderbaren Blick, der bis zu den Highlands reichte. Nicht minder gefährlich war der Abstieg, der durch den Holyrood Park direkt ins Stadtzentrum führte, wo ein offener Doppeldeckerbus zur Stadtrundfahrt bestiegen wurde. Vorbei an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss, Holyrood Palace, dem Parlament ging es wieder zurück zum historischen Bahnhof, der Waverley Station. Letzte Station war das Whisky- Heritage- Centre, in dem man alles über die Geschichte des schottischen Nationalgetränks erfuhr und die Führung mit der standesgemäßen Kostprobe beendete. Zum Abschluss des Tages steuerten die Degginger einen Pub an, in dem es galt, mit „Fish and Chips“ ein typisch schottisches Essen zu probieren.
Auf den Spuren „Bravehearts“ wandelte man am Tag darauf und steuerte Stirling Castle an. Dort erfuhr man alles zu den erfolgreichen Schlachten von William Wallace und Robert the Bruce, den schottischen Nationalhelden, gegen die Engländer und hatte einen beeindruckenden Ausblick auf die Highlands.
Derart begeistert konnte das Highlight des diesjährigen Trips kommen: Das Spiel gegen eine Auswahl der Table Tennis Association Stirlingshire. Nach dem Austausch gegenseitiger Nettigkeiten bei der Begrüßung begaben sich die Degginger in die hauptsächlich vom Kampf geprägte Partie. Doch von Abteilungsleiter „The Edge“ Jürgen Schum hervorragend eingestellt, zeigte der TVD keinen Respekt und bot dem Gegner, der die Nummer sieben der schottischen Rangliste, Senioren- Nationalspieler und Commonwealth- Games- Teilnehmer, sowie den besten 8-Jährigen Schottlands und auf Teile der Gruppe großen Eindruck machende Spielerinnen in seinen Reihen hatte, gut Paroli. Am Ende stand zwar eine knappe 13: 15- Niederlage, doch im hoffentlich nächsten Jahr stattfindenden Rückspiel, sollte dies noch zu berichtigen sein.
Einen standesgemäßen Ausklang fand der Tag im anschließenden Beisammensitzen. Die Schotten hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentierten sich in allen Belangen als hervorragende Gastgeber. Mehr als 40 Leute waren vor Ort und bereiteten den deutschen Gästen ein würdiges Highlight ihres Ausflugs 2007!
Diese Erfahrung war natürlich schwierig zu toppen, doch am nächsten Tag stand der Besuch der Arbeiterstadt am River Clyde, bekannt vor allem für fanatische Fußballanhänger aus den Lagern Celtics und der Rangers, an. Kurz gesagt: Es ging nach Glasgow. Nach der gemeinsamen Besichtigung der berühmten St. Mungo´s Cathedral, begab sich ein Teil der Gruppe zu einer Stadtrundfahrt mit dem Bus und erfuhr dabei allerlei Wissenswertes über Glasgows Geschichte, vier Mutige zog es zum Fußball- Spiel Glasgow Rangers gegen Hibernian Edinburgh. Dabei konnten Kontakte geknüpft werden, die auf eine baldige Fan- Freundschaft Rangers- Stuttgart hindeuten. Spielerisch war die Partie aber eine Enttäuschung und die Stimmung war keinesfalls wie sonst von der britischen Insel bekannt, sondern wahrscheinlich sogar schlechter als bei so manchem Derby der Kreisliga B.
Aus unerfindlichen, angeblich modischen, Gründen wurden aber beim Souvenirkauf sogar Trikots des zweiten Fußballvereins in Glasgow erworben.
Standesgemäß folgte der Abschluss des Tages, ebenfalls der letzte Abend in Edinburgh, beim anschließenden gemeinsamen Pubbesuch.
Die, die immer noch nicht genug hatten, begaben sich noch einmal auf den Hausberg Edinburghs, den Arthur´s Seat. Somit lässt sich, nach gemütlichem letzten halben Tag in Edinburgh, an dem noch diverse Souvenirs gekauft wurden oder noch einmal die Aussicht auf die schottische
Kapitale genossen wurde, ein gelungenes Fazit ziehen. Abgesehen vom Essen in Großbritannien, das bei der Mehrheit nicht auf große Begeisterung stieß, war es wieder einmal ein schöner Ausflug ins europäische Ausland und die Spannung, wohin die Tischtennisspieler des TV Deggingen nächstes Jahr ziehen werden, steigt bereits.
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