Die
Anfangsphase gehörte klar dem TVD, welcher auf dem kleinen B-Platz zunächst
auch spielerisch die Akzente setzte. Die Gäste
beschränkten sich auf die Defensive und konnten einen schönen Spielzug der
Degginger in der 12. Spielminute nur durch ein Foulspiel im Strafraum bremsen.
Luca Pantina verwandelte gewohnt sicher.
Deggingen ließ von Anfang an keinen Zweifel im ersten Auswärtsspiel alle Punkte mit nach Deggingen nehmen zu wollen. Schon in den Anfangsminuten agierte der TVD II sehr konzentriert und hatte durch Christoph Andrä und Christoph Weckerle zwei gute Chancen in Führung zu gehen.In der 13 Minute fiel dann das längst überfällige 1:0. Eine Hereingabe von Deggingens bestem Mann auf dem Platz Olaf Wiezorek verwandelte Christoph Maier sicher.
In einem temporeichen und gutklassigen Spiel dominierten die mit sechs Landesligaspielern angetretenen Eislinger durch ihr Kurzpassspiel die Anfangsviertelstunde. Damit war es ab Minute 19 vorbei. Nach dem 1:0 durch Marc Rebmanns Kopfball übernahm Deggingen das Kommando. In der 38. Minute sah der Degginger Cengiz Telci die Rote Karte und in Unterzahl erhöhte Murat Yüksel per Volleyschuss auf 2:0. Zu Beginn der zweiten Hälfte schnürte Eislingen den TVD in der eigenen Hälfte ein. Durch einen Doppelschlag innerhalb von drei Minuten glich der Gast aus Eislingen aus.
Die Clubmeisterschaft brachte die vereinsinterne Hackordnung
nicht ins Wanken. Mit einem lockeren 3:0 gewann der TV Deggingen I
gestern in Aufhausen das Finale um den GZ-Pokal gegen die eigene Zweite.
Traurige Verlierer suchte man diesmal
vergebens. Die Unterlegenen feierten mit den Siegern, sie kommen
allesamt aus einem Stall. Schwarzbedresste mischten sich mit
Weißbedressten zur Spielertraube, Sieger war der TV Deggingen - zwischen
erster und zweiter Mannschaft wurde nach dem Schlusspfiff nicht mehr
unterschieden.
Ein wenig mehr Spannung hätten sich die 250 Zuschauer und
TVDII-Trainer Uwe Ehrenbeck schon gewünscht. Den Seinen mochte er nicht
viel vorwerfen, der Klassenunterschied wurde auf dem Feld deutlich.
Zwischendurch hatte Ehrenbeck gehofft, "dass sie uns vielleicht auch mal
lassen" - vergebens. Die Erste ließ 60 Minuten lang die Zweite nicht
aus dem Würgegriff, nur Sekunden vor der Halbzeit geriet der Sieg in
Gefahr. Torhüter Ertan Halcin hatte Timo Rebmann gefoult und die Zweite
bekam per Foulelfmeter die Chance zum Ausgleich. Olaf Wiezorek drosch
den Ball weit übers Tor, für Ehrenbeck "der Knackpunkt" der Partie.
In Hälfte zwei kam der TVD II für eine Wende nie in Frage, zu
deutlich dominierte die Gefolgschaft von Cheftrainer Michael Böhm. Der
hatte sich Ehrenbecks Zöglinge vorab gefügig gemacht. Da sein Assistent
demnächst zwei Wochen in Urlaub fährt und die gesamte zweite Mannschaft
damit Böhm untersteht, war den Akteuren klar, was im Falle eines
unerhörten Sieges auf sie zukommt: "Die hätte ich zwei Wochen lang über
die Nordalb gehetzt und das wussten sie", witzelt Böhm.
Mit Nervenstärke zur Vereinsmeisterschaft. Im Halbfinale um den GZ-Pokal
setzte sich Deggingen II gegen den TKSV Geislingen ebenso im
Elfmeterschießen durch wie der TVD II gegen den TSV Obere Fils. Keine
Tore, so viele Zuschauer wie noch nie und ein historisches Finale - das
gestrige Halbfinale um den GZ-Pokal in Aufhausen dürfte in die
Geschichte eingehen. Beide Partien endeten torlos und wurden erst im
Elfmeterschießen entschieden - vor 450 Zuschauern, so viele waren in 18
Jahren GZ-Pokal noch nie an einem Tag gekommen. Und erstmals in der
langen Historie dieses Turniers stehen zwei Teams aus einem Verein im
Endspiel. Die Degginger hatten im Elfmeterschießen die besseren Nerven
und die stärkeren Torhüter.